
Tagung "Grabstätten von NS-Opfern als Gedenk- und Lernorte", Wolfenbüttel, 27.-29. August 2009. Foto Jan von der Heyde. Dokumentationsstelle/GFN (SnG)
Friedhöfe
Friedhöfe und Grabstätten für NS-Opfer sind zentrale Orte der Gedenkstättenarbeit und Erinnerungskultur. In Niedersachsen gibt es mehr als 1000 Friedhöfe und Grabstätten für die Opfer der NS-Herrschaft. Die Toten haben laut Gesetz über die Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft dauerndes Ruherecht. Die Zahl der auf diesen Kriegsgräberstätten Bestatteten beträgt weit über 200 000; die genaue Zahl ist bis heute unbekannt, ebenso die Identität der meisten Opfer.
Die größten Friedhöfe mit bis zu 50 000 Toten befinden sich in der Nähe der früheren Kriegsgefangenen-Mannschaftsstammlager und auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen. Kleinere Gräberfelder und Einzelgräber vor allem für ausländische Zwangsarbeiter finden sich auf vielen kommunalen Friedhöfen.
Oftmals zeugen nur noch diese Friedhöfe von dem historischen Geschehen am jeweiligen Ort. In der Nachkriegszeit wurden sie mehrfach umgestaltet und zeugen damit vom Wandel der Gedenk- und Erinnerungskultur. Friedhöfe sind Ausgangspunkte für Schülerprojekte und Workcamps, die Schicksalsklärung und Forschung zum Inhalt haben. Damit sind sie Gedenk- und Lernorte zugleich.
Aktuelle öffentliche Auseinandersetzungen über vergessene Opfergruppen, die Formulierung von Gedenktafeln und die Gestaltung von Mahnmalen offenbaren die schwierige Suche nach angemessenen Formen des Gedenkens und machen deutlich, dass die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit noch nicht abgeschlossen ist.
Übersicht: Friedhöfe für Opfer der NS-Gewaltherrschaft in Niedersachsen (PDF)
